Prostitution
In Teil 1 zur Prostitution in Deutschland hatten wir bereits darüber berichtet, das einige Änderungen ab 2016 erfolgen werden. Hierzu gehört die Einführung einer Kondompflicht. Aber auch einer Anmeldepflicht sowie Gesundheitsprüfung für die Damen in der Prostitution. Zusätzlich soll eine Erlaubnispflicht für das Führen eines Bordells oder ähnlichen Betrieben eingeführt werden. Dabei soll vor allem die Zuverlässigkeit geprüft werden. Liegen steuerliche Verfehlungen vor oder sind Straftaten aus der Vergangenheit bekannt? Punkte, die zur Ablehnung führen. Klingt plausibel. Wird aber in Praxis nicht funktionieren. Schon jetzt arbeiten viele Bordelle mit Repräsentanten. Das sind meistens Personen, die offiziell eingetragen werden und dafür monatlich eine vereinbarte Summe erhalten. Die Fäden ziehen andere Leute. Andere Bordelle wechseln regelmäßig den Besitzer. Die moderne Form der Betriebsführung wird heute aber immer öfters über Firmenmäntel abgewickelt (GmbH, etc.). Kopiert ist dieses Beispielaus dem Handwerkerbereich in Deutschland. So gibt es bestimmte Betriebe, die über einen eingetragenen Handwerker verfügen müssen. Dieser kann dann über diskrete Pools einfach angemietet werden, damit die gewerberechtlichen Auflagen erfüllt werden. Das ist zwar nicht in dieser Form rechtlich zulässig, funktioniert aber. Ähnlich verläuft es in der Prostitution. Auch hier gibt es zahlreiche Repräsentanten, Scheinfiguren, die einfach monatlich gemietet werden können. Ein gängiges System, das sich künftig weiter durchsetzen wird.

Kritik aus der Prostitution

Es sind vor allem die Frauen aus der Prostitution, die gegen die neuen Regulierungen und Änderungen Kritik erheben. Was die Frauen im Escort, Bordell und Co. brauchen sind keine absurden Kondomzwänge, sondern mehr Rechte. Sie wünschen sich Sicherheit bei Steuer und Anmeldung. Noch heute wenden die meisten Städte völlig absurde Steuersysteme in der Prostitution an. Das Düsseldorfer Modell gehört dazu. Zudem wird in den meisten Bundesländern nach wie vor eine ordentliche Anmeldung beim Gewerbeamt verweigert. Die Frauen in der Prostitution sind verwirrt. Wie sollen sie denn ordentlich arbeiten können, wenn ihnen die staatlichen Behörden genau das verweigern? Dabei sind die Frauen und Männer in diesem Bereich gewerblich tätigt und müssten in Deutschland sogar die Gewerbesteuer bezahlen. Das wurde erst vor ein paar Jahren höchstrichterlich entschieden.

Anmeldepflicht wird ebenfalls kritisiert

Die jetzt neu zu schaffende Anmeldepflicht, die auch für Prostituierte, also nicht nur Betriebe, gelten soll, stößt auf arge Bedenken. Jede Frau im Escort oder zum Beispiel Bordell wäre damit ein lebenslang gebrandmarkt, da sie einmal als Hure gearbeitet hat und so eingetragen wurde. Und wie wir alle wissen, bleiben selbst gelöschte Einträge und Akten irgendwo immer erhalten.